Vielleicht hast du es auch schon mitbekommen: Wenn in Hamburg mal wieder eine Kundgebung von Nazis stattfindet, wird gefühlt alles stehen und liegen gelassen, damit die ungestört ihre Hetze verbreiten können. Bahnhöfe und Straßen werden abgesperrt, Züge verspäten sich oder fallen aus. Egal ob der wohlverdiente Feierabend ansteht, es nach Hause zur Familie geht oder du dich an den Protesten gegen die Nazis beteiligen willst – ungestört geht davon gar nichts. Nur die Nazis kommen pünktlich zu ihrer Kundgebung. Ermöglicht wird dies auch durch den öffentlichen Nahverkehr und die Bereitstellung von Sonderzügen.

Der Nahverkehr sollte unsere Mobilität und nicht die Verbreitung von Rassismus ermöglichen. Und er wird auch durch Steuern und Ticketgebühren von uns allen finanziert. Wir haben keinen Bock auf diese Prioritätensetzung. Wir haben keinen Bock darauf, dass HVV & Co logistische Beihilfe zu rech-
ten Kundgebungen leisten.

Es geht auch anders! In den USA haben sich erst diesen Sommer gewerkschaftlich organisierte Transportarbeiterinnen und -arbeiter geweigert, mit Sonderzügen die Teilnehmer*innen einer rassistischen Demonstration zu befördern. Das Ergebnis war, dass diese ihren Aufmarsch kurzfristig absagten. Die ge
plante Sonderbehandlung von Rechten durch die Verkehrsbetriebe war in den USA ein Skandal, in Deutschland ist sie leider schon lange verbreitete Praxis. Doch damit muss Schluss sein! In Tagen von Chemnitz und Köthen dürfen wir nicht zulassen, dass Rassist*innen und Nazis bei der Verbreitung ihrer Hetze
auch noch hofiert werden.

Protestiert mit uns! Auf der Straße und gegenüber den Verantwortlichen. Beschwert euch beim HVV, der Hamburger Hochbahn und der S-Bahn Hamburg. Für öffentliche Verkehrsunternehmen ist auch der Senat verantwortlich, teilt ihm eure Meinung mit.

In Hamburg gibt es keinen Platz für Nazis! Keine logistische Unterstützung des HVV von rassistischen Aufmärschen!