Durch die rechten Kundgebungen unter dem Motto „Merkel muss weg“ kommt es momentan in Hamburg dazu, dass auch regelmäßig Sonderzüge für die An- und Abreise von Nazis zur Verfügung gestellt werden. Abhängig vom Ort der Kundgebung sind dies U-Bahnen der Hamburger Hochbahn oder Hamburger S-Bahnen. Vielleicht warst auch du schon davon betroffen, einen Zug voller Nazis durch die Gegend kutschieren zu müssen. Wenn nicht, dann aber auf jeden Fall eine Kollegin oder ein Kollege. Wer sich anguckt, was auf diesen Kundgebungen passiert, merkt schnell, worum es geht: Hetze gegen Andere und das Schüren von Rassismus. Rechtes Gedankengut und deren Verbreitung geht uns alle an. Nazis bedrohen Mitmenschen, versuchen uns zu spalten
und waren schon immer Feinde organisierter Arbeiterinnen und Arbeiter.

Euer Arbeitsvertrag bindet euch an die Erfüllung zugewiesener Aufgaben während eurer Schicht, aber es gibt Mittel um dagegen vorzugehen, dass Nazis in euren Zügen eine Sonderbehandlung bekommen. Als erstes solltet ihr mit euren Kolleginnen und Kollegen darüber reden, darauf aufmerksam machen, sie überzeugen, dass es auch im Hamburger Nahverkehr keinen Platz für Nazis gibt. Sprecht eure Betriebsräte darauf an, macht es zum Thema bei Betriebsversammlungen. Wichtig ist, dass ihr möglichst gemeinsam auftretet. Wenn niemand bereit ist, Nazis durch die Gegend zu fahren, wird es keine Sonderzüge geben. Als Beschäftigte habt ihr das Recht, während der Arbeit ein Betriebsratsmitglied aufzusuchen, andersherum natürlich auch. Seid kreativ und nutzt das aus, lasst euch vor Ort besuchen oder zieht Termine in die Länge. Solltet ihr es euch zutrauen, geht noch weiter: Meldet euch krank, seid kreativ und verhindert das Fahren der Sonderzüge. Als Fahrerin oder Fahrer obliegt euch die Einschätzung, ob die Sicherheit in einem Zug noch gegeben ist – nutzt dies! Letztendlich kennt ihr eure Arbeitsabläufe am besten – findet Wege für nazifreie Züge!